Mal was anderes

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Argonaut
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Mal was anderes

Beitrag von Argonaut »

Liebe Forumsmitglieder,

nachdem meine Dinos entweder in Restauration sind oder noch nicht so eingestellt sind, wie ich mir das vorstelle, widme ich mich gerade meiner zweiten großen Liebe, den Jaguar Autos... mal was anderes in unserem Forum, aber vielleicht auch von Interesse. Bin gestern von einem Ausflug in die Toscana zurückgekommen... hin und zurück über 1500 km; Wetter war weitgehend gut.
Ich hatte in den 80er Jahren schon einmal einen E-V12 mit 3-Gang Automatik und dem war beim besten Willen das Saufen nicht abzugewöhnen (zwischen 20 und 40 Litern); daher musste er damals gehen. Dieser V12 ist nicht mehr 100% original. Änderungen: Rennfahrwerk, 4-Kolben Brensanlage, Rennauspuff, Motor von 5.3 auf 6.1 Liter vergrößert, Tremec 5-Gang Getriebe, schärfere Nockenwellen, wurde ursprünglich für die Rennstrecke gebaut. Zustand 1-2 und alles gemacht. Nachdem ich ihn jetzt 1.5 Jahre habe, sollte dies mal eine längere Ausfahrt werden. Geschwindigkeit zwischen 100 und 160, Bergstraßen in der Toskana und eben Autobahn. Verbrauch: 10.5 bis max. 12 Litern. Der lange 5te Gang beschert dem Motor 2500 U/Min. bei 160 km/h. Daher auch der Verbrauch. Was mir aber ein Rätsel bleibt... dieser Motor wurde im Kern Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre entwickelt für den Rennsport; kein Schnick-Schnack, Vergaser und nur eine obenliegende Nockenwelle pro Bank. Wo ist bitte die Weiterentwicklung im Motorenbau in den letzten 70 Jahren?
Man kann sicher sagen, dass dieser Motor ertsklassig ist, damals mit den "falschen" Getrieben ausgerüstet wurde (3-Gang Automatik oder 4-Gang Handschalter -> der 4te zu kurz), dass er mehr Laufruhe als ein Ferrari oder der erste BMW 12 Zylinder hat.

E-Type-in-Toscany.jpg
Ribolla_67
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Re: Mal was anderes

Beitrag von Ribolla_67 »

Hallo Argonaut,

10-12 Liter / 100 km kann ich mir mit Strombergs und serienmäßigen 1971er Ansaugkanälen nicht vorstellen, das geht nur mit SU-Vergasern oder mit Einspritzung ?!? Oder ist ein später XJ40-Motor verbaut?

Der Jaguar-V12 ist vom Grundmotor gut, relativ leicht und von der spezifischen Reibleistung her im guten Mittelfeld. Das Problem war, dass kurz vor SOP die geplante Benzineinspritzung gekippt und (aus Platzgründen) durch Strombergs ersetzt werden musste - mit ganz besch...enen rechteckigen Kanalgeometrien (links im Bild) - die Einspritzer (rechte Seite) waren geometrisch viel besser.
v12engine_09.jpg
v12engine_09.jpg (56.93 KiB) 707 mal betrachtet
Sparsame SU-Vergaser hätten in der Limousine überhaupt keinen Platz gehabt. Das Verbrauchsproblem wurde erst später im XJS mit der Einspritzung behoben und mit dem H.E. (May Fireball Hochverdichter) sehr elegant gelöst.

Die Dreigangautomatik ist natürlich auch ein Faktor, Wirkungsgradverlust 20- 30% ggü Handschalter. Deshalb baut Herr Müller in Günding frühe XJ 12 gerne auf Handschalter um - da geht die Post ab 8-)
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Tobi
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Re: Mal was anderes

Beitrag von Tobi »

Geile Kiste. Ich hab ja schon viel Renn-E-Types gesehen, aber sowas in zivil ist schon stark. Glückwunsch dazu!
Ribolla_67
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Re: Mal was anderes

Beitrag von Ribolla_67 »

Andere Frage an Gunnar: passt Du da überhaupt rein? oder ist das Dach nochmals angehoben :D
Argonaut
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Re: Mal was anderes

Beitrag von Argonaut »

Ich passe in den E-Type ab 4.2 Liter mit verstellbaren Rückenlehnen, also ab 1966. Davor passe ich tatsächlich nicht rein mit meinen 1.96.

Und im Coupe habe ich auch zur Decke noch gut Platz. Insgesamt sehr entspannt.
Ribolla_67
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Re: Mal was anderes

Beitrag von Ribolla_67 »

Jetzt musst Du aber schon noch die Details zum Motor verraten!
Argonaut
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Re: Mal was anderes

Beitrag von Argonaut »

Ich werde mal die Unterlagen scannen und dann berichten...
Argonaut
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Re: Mal was anderes

Beitrag von Argonaut »

Hallo Ribolla,

ich musste die Website wieder suchen gehen, aber hier ist der Link zu den Teilen, die verbaut wurden; wie gesagt, schärfere Nockenwellen, was allerdings eine ruckelfreie Einstellung unterhalb von 2000 U/min schwierig machte, haben wir aber jetzt im Griff, Flywheel (light), Hochleistungs-Kolben, und... und... und...
Tatsächlich haben wir jüngst die Vergaser überholt und mit den Düsenbestückungen gearbeitet, damit läuft er jetzt bei unteren Drehzahlen sehr ruhig (zumindest, wenn er warm gefahren ist).
Was ich einfach beachtlich finde, ist, dass dem V12 immer ein enormer Durst nachgesagt wurde... stimmt auch, aber auch deswegen, weil er einerseits schlecht aufgesetzt wurde (mit den einfachen Mitteln von damals), aber vor allem durch die Getriebekonstellationen. Summa-summarum: wenn alles optimiert ist, dann ist das Triebwerk richtig gut und braucht nicht mehr, als ein moderner M5 (4.4 Liter und 600 PS). BTW: ich habe 4 Vergaser.

http://www.rob-beere-racing.co.uk/

Ich beschäftige mich mit diesem Thema schon etwas länger, auch, weil ich gute Verbindungen zur M-GmbH habe. Auch ein Dino darf bei richtiger Einstellung nicht mehr als 10-12 Liter brauchen, es sei denn, er wird gejagt. Daher wundere ich mich manchmal, wenn manche sagen, dass der Verbrauch nicht so wichtig ist bei so einem alten Auto... ist er doch... weil ein zu hoher Verbrauch den Ölfilm auswaschen kann und zu mager verursacht auch Schäden.
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wabern
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Re: Mal was anderes

Beitrag von wabern »

Spannend und ein wunderbarer V12.

Wow: Wie schaffts Du es mit einem normal bewegten Dino heute 10-12 Lt zu verbrauchen :shock:? Zeitgenössische Tests kamen auf 17lt/100km.
Ich habe bei einer sehr gemütlichen und langen Ausfahrt in die Toscana mal 12,8 geschafft, sonst liege ich bei artgerechter Bewegung und mehrheitlicher Beachtung der CH-Limits zwischen 13 und 16.
Was mache ich falsch?
Argonaut
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Re: Mal was anderes

Beitrag von Argonaut »

Bezüglich der Dinos kann ich dir leider noch keine Entwarnung geben. Ich hatte Ende der 80er einen Mechaniker, der es wirklich noch beherrscht hat. Mein damaliger Dino brauchte danach auch nie mehr als 10-13 Liter, ganz nach Fahrweise. Ich werde in Kürze eine neue Werkstatt ausprobieren, das wäre die sechste.
Der Dino (2.4 Spider), der bei 24hundred gerade in Restauration ist, brauchte bei all meinen Reisen in die Toskana nie mehr als 12 Liter bei denselben Parametern wie der E-Type. Der wurde aber auch von Motorsport Kugler eingestellt. Allerdings... die Weber Vergaser sind schlicht weg richtige Zicken, bei denen alles stimmen muss, damit sie richtig gehen. Und... Motorsport Kugler überholt die beispielsweise gar nicht... er stellt sie nur ein. Themen, wie Beschleunigerpunpe, etc... wird dort nicht gemacht.
Selbst in Tyrrells Classic Workshop hat er imho das Thema nicht richtig in den Griff bekommen. Einfach mal reinhören, wenn er am Ende versucht, aus ca. 1500-2000 U/min zu beschleunigen. Man kann das kleine "Loch" hören.
https://www.youtube.com/watch?v=K2jy0PT_uW4

Und... die zeitgenössischen Tester sind nie besonders zimperlich mit den Autos umgegangen; da wurde hochgedreht, länger Vollgas gefahren, usw. Wer macht das heute noch mit seinem Dino. Eigentlich waren die Tester damals imme rim Stress-Modus unterwegs. Das hat mit den heutigen Verbrauchstest nichts mehr zu tun.
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